Fahrzeug


Merceders SLS AMG Roadster – 2014

Zu Beginn der 2000er Jahre erlebte Mercedes-Benz eine spektakuläre Rückkehr in die Welt der Supersportwagen. Mit dem Debüt des C199 SLR McLaren im Jahr 2003 endete eine vierzigjährige Pause – seit der legendären 300 SL hatte es keinen straßenzugelassenen Hochleistungssportwagen mit dem Stern gegeben.

Der neue SLR entstand aus der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und McLaren, dem damaligen Partner in der Formel 1. Ziel war es, den Geist des legendären W198 von 1954 in das 21. Jahrhundert zu übertragen – vereint mit modernster Renntechnik und edelster Handwerkskunst.

Gefertigt wurde der SLR in England, bei McLaren in Woking. Trotz seines hohen Preises und der begrenzten Stückzahlen wurde er zu einem Symbol technischer Perfektion und stilistischer Kraft. Doch Mercedes hatte größere Ambitionen: ein eigenständig entwickeltes, leichteres und erschwinglicheres Fahrzeug, das eine neue Generation von Supersportwagen einleiten sollte.

So begann 2006 unter der Leitung von AMG die Entwicklung des C197 SLS AMG – des ersten Mercedes-Benz, der vollständig von AMG entworfen und konstruiert wurde. Auf der IAA in Frankfurt 2009 feierte er seine Premiere – als Hommage an die legendäre 300 SL „Flügeltürer“ von 1954.

Mit seinem spektakulären Aluminium-Chassis, den ikonischen Flügeltüren und einem von Hand gefertigten V8-Motor wurde der SLS AMG zum modernen Mythos – einem Symbol deutscher Ingenieurskunst, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verband.

Chassis, Fahrwerk & Technik

Das Herzstück des SLS AMG war ein technisches Meisterwerk aus Aluminium: ein ultraleichter Spaceframe-Rahmen, der in seiner Konstruktion an Rennwagen erinnerte. Mit einem Gewicht von nur 241 Kilogramm verband er höchste Steifigkeit mit bemerkenswerter Leichtigkeit – ein entscheidender Faktor für die Präzision des Fahrverhaltens.

Die Aufhängung bestand vollständig aus geschmiedetem Aluminium, mit doppelten Dreieckslenkern an Vorder- und Hinterachse. Sachs-Federn und Bilstein-Dämpfer sorgten für eine perfekte Balance zwischen Komfort und Sportlichkeit. Das Ergebnis: ein agiles, neutrales Fahrverhalten, das an die Welt des Motorsports erinnerte.

Auch die Bremsanlage war kompromisslos auf Leistung ausgelegt. Belüftete Bremsscheiben aus Gusseisen – vorne 390 mm, hinten 360 mm – boten enorme Verzögerungswerte. Auf Wunsch konnten Keramik-Verbundscheiben gewählt werden, die 40 Prozent leichter waren und eine außergewöhnliche Standfestigkeit boten.

Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs betrug 1.620 Kilogramm, die Gewichtsverteilung lag nahezu ideal bei 47 zu 53 Prozent. Jedes technische Detail des SLS AMG diente einem Ziel: maximale Kontrolle, maximale Emotion – ein modernes Echo der 300 SL-Rennwagen aus den 1950er Jahren.

Motor & Leistung

Im Zentrum des SLS AMG schlägt das Herz eines Athleten: der von Hand gefertigte AMG V8-Motor, Typ M159. Jeder Motor trägt die Signatur seines Erbauers – ein Symbol für Präzision und Leidenschaft, ganz im Geiste der alten Ingenieurskunst von Mercedes-Benz.

Mit einem Hubraum von 6.208 cm³ und einer Leistung von 563 PS bei 6.800 U/min war der M159 der stärkste Saugmotor seiner Zeit. Er wurde exklusiv für den SLS weiterentwickelt – mit einer Trockensumpfschmierung, die den Motor tief im Chassis positionierte, um den Schwerpunkt zu senken und Kurvengeschwindigkeit zu maximieren.

Ein neu entwickeltes Ansaugsystem aus Magnesium, schärfere Nockenwellen und ein überarbeitetes Ventiltriebssystem sorgten für blitzschnelle Gasannahme und eine bis dahin ungeahnte Drehfreude. Der Sound des Motors – ein metallisches Crescendo aus acht Zylindern – war eine Hommage an die großen Sportwagen der 1950er Jahre.

Die Kraftübertragung erfolgte über ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe im Heck, verbunden durch eine Kardanwelle aus Kohlefaser. Dieses Transaxle-Konzept ermöglichte nicht nur eine perfekte Gewichtsverteilung, sondern auch Gangwechsel in weniger als 100 Millisekunden – schneller, als das menschliche Auge blinzeln kann.

Von 0 auf 100 km/h beschleunigte der SLS in 3,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 317 km/h. Doch jenseits aller Zahlen zählte vor allem das Gefühl: der Moment, in dem der Motor erwachte, der Wagen sich streckte – und der Fahrer Teil einer lebendigen Legende wurde.

Karosserie & Design

Mit dem SLS AMG feierte Mercedes-Benz die Wiedergeburt einer Ikone. Die berühmten Flügeltüren der 300 SL aus den 1950er-Jahren kehrten zurück – als Symbol einer Ära, in der Technik und Eleganz eine untrennbare Einheit bildeten.

Die Karosserie des SLS bestand fast vollständig aus Aluminium, ein technisches Meisterwerk, das Leichtigkeit und Stabilität vereinte. Nur vier Prozent des Rahmens bestanden aus Stahl – dort, wo es die Sicherheit erforderte. Das Ergebnis war ein Gewicht von lediglich 241 Kilogramm für den gesamten Raumrahmen – eine Zahl, die den Ingenieuren als Triumph galt.

Das Design des SLS erzählte seine eigene Geschichte: Die lange Motorhaube, der kurze Überhang, die nach hinten versetzte Kabine – alles erinnerte an den klassischen „Gran Turismo“, geschaffen für Geschwindigkeit auf der Straße und Schönheit im Stand.

Vorn dominierte der große Kühlergrill mit dem zentralen Stern, flankiert von schmalen Scheinwerfern unter klaren Glasabdeckungen. Auf den vorderen Kotflügeln öffneten sich markante Lüftungsschlitze, die an die „Haifischkiemen“ historischer Rennwagen erinnerten. Am Heck sorgte ein aktiver Spoiler, der sich ab 120 km/h automatisch ausfuhr, für Stabilität – und verwandelte sich beim Bremsen in eine Luftbremse.

Trotz ihrer spektakulären Erscheinung waren die Flügeltüren kein bloßes Stilmittel. Ihre manuelle Öffnung mit Gasdruckdämpfern sparte 40 Kilogramm Gewicht, und ihre Geometrie erlaubte das Öffnen selbst in einer gewöhnlichen Garage. Im Falle eines Überschlags sprengten kleine pyrotechnische Bolzen die Türen vom Dach – ein perfektes Zusammenspiel aus Drama und Sicherheitsbewusstsein.

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